Artikel 07./08.2018

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 1.Petrus 5,5

In diesem Vers aus dem Petrusbrief geht es um Gott und Mensch. Zugleich geht es auch ganz hautnah um die zwischen-menschliche Ebene. Kann ich Fehler eingestehen, um Entschuldigung bitten? Kann ich Gottes Wort erst einmal selbstkritisch als Anruf an mein Inneres hören, bevor ich es kritisch auf meinen Mitmenschen anwende? Jeder von uns möchte gern perfekt sein. Und es wird heute auch an jeden eine hohe Messlatte gelegt, zum Beispiel am Arbeitsplatz. Wenn ich mich so umsehe, ist die Palette des Umgangs mit dieser Situation sehr breit. Sie geht von „ich mache niemals einen Fehler“ bis zu „alles geht bei mir schief!“ Manchmal fallen wir auch direkt von einem dieser Extreme ins andere. Aber jeder weiß, wo er sich selbst im Normalfall auf dieser Skala zuordnet.

Was steht denn überhaupt hinter dem Begriff Demut? In der Bibel geht es dabei zuerst um eine Größenbestimmung im Gegenüber von Mensch und Gott: nämlich klein und groß. Wer an Gott glaubt, legt sein Eigenes voll Vertrauen in Gottes große unsichtbare Hände. Diese Übergabe des Lebens ist getragen von der Hoffnung, dass mein kleiner Wille in Gottes großem Willen gut aufgehoben ist.

Ja dass mein Ich auch Korrekturen durch ihn gebrauchen kann. Aus einer solchen Einstellung können viele gute Erfahrungen wachsen, in guten und schweren Stunden.

Können wir Demut lernen? Ja, zum Beispiel durch das bewusste Sprechen des Vater Unsers. Dort heißt es: „Dein Wille geschehe!“ Das meint nicht, dass ein Christ zu einem Roboter Gottes wird, ohne eigenen Willen. Die gegenüber Gott demütigen Menschen waren und sind oft im besten Sinne selbstbewusst. Weil sie gegenüber Gott ihre Knie beugen, müssen sie nichts sonst anbeten.

An Jesus selbst lernen wir also am besten die Demut. So tief hat sich der unendlich große Gott nach unten gebeugt, bis zum Kreuz. Der mich zur Demut ruft, ist selbst die ganze Demut. Der mich zur Liebe ruft, ist selbst die ganze Liebe. Der mich zum neuen Glauben ruft, ist selbst der Anfänger und Vollender des Glaubens: Jesus, Gott näher als sonst irgendeiner, mir näher als irgendeiner.

Er will uns mit einem Leben beschenken, in dem die Maßstäbe Gottes zum Tragen kommen, ohne Selbstüberschätzung, aber auch ohne -unterschätzung.

Gottes Segen für euch

Euer Detlef