Artikel 05./06.2018

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. Apostelgeschichte 2,1-4

Immer wenn ich die Pfingstgeschichte lese, läuft es mir heiß den Rücken runter. Wäre das nicht toll, wenn wir Ähnliches erleben würden bei unseren Taufen oder in unseren Gottesdiensten? Wenn wir erleben würden, wie der Heilige Geist auf uns kommt und uns erfüllt? Wenn er auf uns kommt und wir rausgehen und die Menschen in ihren Sprache ansprechen und Gott loben!? Rausgehen und andere Menschen ansprechen - will ich das wirklich? Warum tue ich es dann nicht schon jetzt? Brauche ich wirklich erst diese Erfahrung des Heiligen Geistes, um so etwas zu tun. Etwa in der Art, wie mancher Mann sich erst einmal Mut antrinken muss, um Frauen anzusprechen? Und was ist denn mit unserer viel beschworenen Freiheit? Wenn mich der Heilige Geist zu solchen Dingen drängt, bin ich dann noch frei oder eher eine Marionette?

„Komm Heilger Geist, mit deiner Kraft“ heißt es in einem Lied. Wenn er dann wirklich kommt und ich diese Kraft habe, was tue ich dann damit. Jesus komm in mein Leben und ändere mich, aber bitte nicht so viel, denn ich liebe mein Leben, so wie es ist.

Wenn Gott in unser Leben kommt, möchte er uns verändern, aber er wird es nicht ohne unsere Einwilligung tun. Und wenn wir so weiterleben wie bisher, was sollen wir dann mit der Kraft des Heiligen Geistes anfangen? Gott kommt in unser Leben, wenn wir ihn darum bitten. Doch ich denke, die Intensität mit der er es tut, ist abhängig davon, wie sehr wir bereit sind, uns verändern zu lassen. Mit meiner Bereitschaft steht und fällt die Macht des Heiligen Geistes.

Ich muss dazu bereit sein, ich muss Jesus die Bereiche meines Lebens überlassen. Wenn ich Bereiche zurückhalte, wo er keinen Einfluss haben darf, dann wird Gottes Geist nicht voll zur Entfaltung kommen. Erst in vollem Vertrauen auf Jesus, werde ich auch die volle Kraft erfahren. Dann aber ist es eine Kraft, die verändert. Nicht nur mein Leben, sondern auch das Leben der Menschen, denen ich in dieser Kraft begegne.

Lasst uns das Pfingstfest feiern mit bereiten und offen Herzen für Gottes Wirken. Vielleicht werden auch wir dann erleben: Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm.

Euer Detlef