Artikel 01./02.2008

Liebe Geschwister, liebe Freunde!

als ich die Jahreslosung für 2008 sah, kam mir sofort eine Andacht aus dem Leitungskreis in den Sinn, wo es um Hiob ging, der Gott nach einer grausamen Zeit der Leiden und Anfechtungen zu sich reden hört und danach bekennt:

Ich hatte von dir nur vom Hören sagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Hiob 42,5

 

Wer hat nicht schon über diese Verse gestaunt und sich gefragt: „kann man Gott wirklich sehen“ und schließlich kann ich ihn auch persönlich sehen? Wenn wir uns aber Hiob weiter betrachten wird schnell klar, dass Hiob nicht ein normales mit den Augen Sehen meint.

Hiob hatte seinen Glauben auf die Erzählungen seiner Väter gegründet. Denn zur Zeit Hiobs gab es ja noch keine Bibel. So erzählten sich die Menschen alles weiter, was sie über Gott wussten und Hiob gründete seinen Glauben an Gott auf das Gehörte von den Weisen seiner Zeit. Hiob glaubte tief und fest an Gott und wurde zum frommsten Menschen seiner Zeit. Hiob erlebte reichen Segen und wurde in seiner Frömmigkeit von Gott bestätigt.

Dann aber zerstörten Katastrophen seine Familie und seinen Besitz, er wurde krank und verzweifelte am Leben. Doch gerade hierin erfährt der Glaube Hiobs die Wandlung, die auch wir hoffentlich immer mehr in unserem Leben erfahren werden.

Hiob erkennt in seiner Ohnmacht, dass Gott alles vermag und wirklich gerecht und allmächtig ist. Er erkennt (und sieht es ein), dass Gott nah bei ihm ist und so bleibt Gott ihm in seinem Leben buchstäblich immer vor Augen. Er weiß alle seine Gerechtigkeit und Frömmigkeit, so ernst sie auch gemeint war, ist doch nichtig vor Gott und so tut der „gerechteste Mensch seiner Zeit“ Buße in Staub und Asche.

Genau diese Einsicht möchte uns Jesus mit dem Gesagten aus dem Johannes-Evangelium schenken. In der Realität dieser Welt ist Jesus nicht mehr sichtbar. Er ist Geschichte geworden. Ja er ist tot und gekreuzigt, nicht mehr existent. So kann man auch verstehen, dass nicht gläubige Menschen sagen: „Glaube ist nicht Wissen“. Doch ver-kennen diese Menschen, dass es auch eine geistliche Welt gibt und genau diese ist für uns sichtbar und hier können wir Jesus tatsächlich ganz deutlich vor Augen haben.

Er ist dann für uns der „Lebendige“.

Übrigens ist in der griechischen Wortbedeutung genau dies gemeint. Im Griechischen bedeutet Sehen, dass ich leiblich oder innerlich sehen kann. Unsere geistigen Sinne lassen uns Jesus erfahren. Der Heilige Geist nährt diese Sinne und hilft uns Jesus zu erkennen. Jesus will durch den Dienst des Hl. Geistes in uns sichtbar sein.

So wünsche ich uns als Gemeinde für das Jahr 2008, dass auch wir ein Hiob-Erlebnis bekommen. Dass Jesus nicht nur etwas ist, wovon wir gehört und gelesen haben. Sondern dass er sich in uns offenbart und wir erkennen, dass Jesus uns vollkommen liebt und sichtbar mit uns durch das neue Jahr und durch unser Leben gehen will.

In Liebe euer Frank Wittke