Artikel 03./04.2008

Liebe Geschwister, liebe Freunde!

Die Fastenzeit hat für einige Menschen in der Christenheit begonnen.

Fasten ist eine Form menschlicher Kultur entweder mit verminderter Nahrungsaufnahme und Elementen der Askese oder vollständigem Nahrungsverzicht als Leben aus körpereigenen Reserven.


Allgemein soll das Fasten mittels reduzierter Nahrungsaufnahme mehreren Zwecken dienen:

  • der religiösen Praxis,
  • einem Gewinn an seelischer Harmonie und an Demut,
  • einer Förderung der Wahrnehmung und der eigenen Aufmerksamkeit,
  • einer Erhöhung der Willenskraft und Vorbereitung auf spezielle Herausforderungen,
  • der Trauer über einen Todesfall oder sonstigen Verlust,
  • dem Zuwachs an psychischer und sozialer Kontrolle bzw. Macht,
  • und (bei gezielter Methodik) auch dem Abnehmen, bzw. der Kontrolle des Körpergewichts.

So weit (in kursiv) das, was ich aus Wikipedia an Wissen „gezogen“ habe.

Es hat mich ein wenig überrascht, dass das, was uns das Fasten bietet doch so vielseitig ist. Es ist festzustellen, dass es einem mehr bietet als nimmt. Wir aber sehen im Allgemeinen oft nur das was wir entbehren müssen und wagen uns daher nicht wirklich an das Fasten ran. Ich selbst stehe dieses Jahr noch im Zwiespalt, ob ich es wieder tue. Letztes Jahr habe ich einfach keine Süßigkeiten mehr genascht und es tat mir sehr gut. Allein ein Gewinn an seelischer Harmonie und Demut ist überhaupt nicht zu verachten. Vor allen Dingen, wenn bei alledem Gott noch ins Spiel kommt – nebenbei bemerkt, man kann fasten, ohne dass man das im Hinblick auf Gott tut – wird die Fastenzeit zu einem Segen für den, der fastet.

Apropos Gott! Tja, wo ist Gott? Fragen wir eigentlich noch, wo uns Gott begegnet? Suchen wir noch nach ihm oder sind wir nicht viel mehr derart satt, dass uns Gott relativ egal ist im Alltag. Vielleicht erleben wir Gott noch sonntags im Gottesdienst. Aber ansonsten leben wir ein Leben voller Terminhetze, Arbeit (auswärts und im Haushalt), Schule, Gemeindetermine, usw. Hier noch ein bisschen Spaß, dort einer anderen persönlichen Lust gefrönt und, weil das alles so anstrengend ist, noch ein paar Leckereien – ob salzig oder süß – genascht.

Vieles ist Normalität und man denkt es muss so sein. Aber nein, das muss es nicht Es muss nicht so bleiben, dass andere unser Leben steuern. Es muss nicht so enden, dass wir abhängig sind von unseren Süchten und Gelüsten. Gott macht uns keine Vorschriften und sagt uns nicht, dass wir dieses oder jenes – oft ist es der Ordnungsdrang, weil ja die Leute, die ich kenne, sonst schlecht von mir denken – noch unbedingt tun müssen, damit alles wieder OK ist. Im Gegenteil, Gott lädt uns ein, das Leben mit ihm zu genießen. Das Genießen darf hier allerdings nicht falsch verstanden werden. Es geht nicht darum, dass ich immer nur das tue, was mir Spaß macht. Es geht darum, dass wir erkennen, welches Gottes Wille für uns ist, und dass wir diesen Willen auch tun. Wenn wir uns Gott ganz hingeben, wird auch der Dienst in seinem Reich Freude machen. Gott möchte, dass wir ihn suchen. Gott möchte, dass wir nach seinem Willen fragen. Ich möchte an dieser Stelle Mut machen, dass du (wieder) neu nach Gottes Willen in deinem Leben fragst. Reiß dich doch mal wieder aus dem Alltäglichen heraus und suche Gottes Nähe. Bitte Gott darum, dass er dir seinen Plan für dein Leben zeigt. Es gibt eine ganz klare Verheißung im Neuen Testament. Gott wird dem, der da bittet, geben, dem der sucht, wird er den Weg weisen und dem der anklopft, dem öffnet er die Türe.

In Lukas 11,10 steht: Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da suchet, der findet; und wer da anklopft, dem wir aufgetan.

Das Fasten ist in solchen Zeiten eine Hilfe. Dinge, die vorher wichtig waren verlieren an Bedeutung. Wer Fasten im übertragenen Sinn verstehen möchte, der kann auch darüber nachdenken, wem er mal in den kommenden Wochen etwas besonders Gutes tun möchte (Ego-Fasten). Eine andere Möglichkeit ist, in Problemsituationen direkt auf den Betroffenen zuzugehen um Klärung herbeizuführen, anstatt mit jemand anderen über denjenigen zu reden (ein sog. Tratsch-Fasten).

Wir werden erleben, dass Gott uns helfen wird, wenn wir ihn darum bitten. Wenn wir als Gemeinde weiterwollen, benötigen wir auch dafür Gottes Weisungen. Lasst uns gemeinsam versuchen Gottes Willen für unser Friedensheim zu erkennen.

Ich wünsche allen Lesern – nah und fern – eine gesegnete Fasten- und Osterzeit.

Herzlichst euer Unterschrift Andreas