Artikel 11./12.2008

Zurück zur ersten Liebe…

Nun lebe ich seit geraumer Zeit im 45. Lebensjahr. Seit meinem 31. Lebensjahr lebe ich mit der Gnade Gottes in meinem Herzen. Er, Gott selbst, hat die Hindernisse beiseite geräumt, die mir im Wege standen, seine Liebe und Vergebung anzunehmen und neues Leben zu empfangen. Ich kann mich noch gut an die Nacht erinnern, als ich Jesus als meinen Erlöser angenommen habe und Gott mein Leben übergab. Gott war gegenwärtig, ich habe weder eine „Lichtgestalt“ gesehen, noch eine „akustische“ Stimme wahrgenommen. Doch ich wusste, Gott ist hier: Ich würde es beschreiben als etwas, was Gott mir direkt ins Herz gegeben hat. Ich wusste einfach, Gott ist. Er ist wahr und ich bin angenommen und geliebt. Ich war einfach überwältigt. Ich durfte Gott in der Tiefe meines Herzens begegnen.

 Die vielen Fragen, die ich hatte (das gilt ja auch heute noch), hatten in diesem Augenblick keine Bedeutung, alles war klar. Rein rational betrachtet, ist das nicht zu verstehen, aber Gott war einfach gegenwärtig. In diesem Augenblick waren alle Zweifel, die mir im Wege standen, ausgeräumt, nicht mehr vorhanden. Es war kein Raum mehr da für Misstrauen und Zweifel. Was für ein Geschenk. Warum schreibe ich das? Ich möchte uns einladen „zurück zur ersten Liebe“ zu kommen. Mich in die Arme Gottes fallen zu lassen. John Ortberg schrieb in einem seiner Bücher, wo es um die Nähe Gottes geht: „In der Bibel geht es nicht so sehr um Menschen, die sich nach Gott ausstrecken, sondern vor allem um einen Gott, der sich danach sehnt, Gemeinschaft mit den Menschen zu haben.“

Ein Gott, der sich hingebungsvoll nach mir ausstreckt, wow… ein Gott, der mich mit seiner Vaterliebe beschenken will. ( 1. Joh. 3, 1 ). Doch oftmals bin ich so beschäftigt, so am „Funktionieren“ mit den Dingen des Lebens, mit dem Alltäglichen, dass Gott irgendwie nach hinten rutscht. Statt mich nach  diesem wunderbaren Gott auszustrecken und mich in seine Liebe und Gegenwart zu begeben, funktioniere ich. Obwohl ich weiß, dass Gott in jedem Augenblick des Lebens bei mir ist, was mache ich persönlich daraus? Was mir immer wieder hilft zu ihm hin zuwachsen, sind die besonderen Zeiten mit ihm, Zeiten des Gebets, Zeiten des Lobpreises und der Anbetung, einfach mich „bewusst“ in seine Gegenwart zu begeben, mich auszurichten auf das, was wirklich zählt.

Gott zu erleben, ihn mitzunehmen in mein Leben, mitten im Alltag zu begegnen. Geben wir Gott die Zeit, uns von ihm lieben zu lassen? Ich möchte Gott mehr erleben, erfahren, mehr lieben, mehr von Jesus in meinem Leben. Gott ist gegenwärtig in jedem Augenblick deines Lebens. Das ist biblische Wahrheit ( Matthäus 28, 20 ). Frederik Buechner schrieb einmal: „Es gibt kein Ereignis, dass zu gewöhnlich ist, als das Gottes Gegenwart nicht in allen Dingen ist – aber sie ist immer verborgen und lässt uns Raum, ihn zu erkennen oder auch nicht.“ Gott hat uns den freien Willen gegeben, er überlässt es uns seine Gegenwart zu suchen, ihn zu entdecken und an unserem Leben teilhaben zu lassen. Gott wartet mit offenen Armen auf seine Kinder, dass wir ihn mehr und mehr entdecken und kennenlernen. Kein ferner Gott, sondern ganz nah bei dir und mir. Ich möchte uns einladen, uns mehr und mehr auf dieses „Abenteuer“ einzulassen. Denken wir daran, dass uns nichts von seiner Liebe trennen kann ( Röm. 8, 38-39 ). In den kleinen und in den großen Dingen interessiert sich Gott für dich. Kein Wort verlässt deinen Mund, ohne dass Gott es gehört hat. Seine Sehnsucht, sein  Interesse an uns, ist viel größer als man es auszuschmücken vermag. Deshalb lasst uns aufmachen zur „ersten Liebe“ und entdecken, was unser Vater im Himmel für uns bereit hält.

Ich wünsche euch eine spannende und erlebnisreiche Vorweihnachtszeit,

euer Frank Baczynski