Artikel 07./08.2009

Liebe Geschwister, liebe Freunde!

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, so heißt es in einem Lied, das auf den Vers 7 im 15. Kapitel des Römerbriefes anspielt.

 

Ich denke dies ist ein Gebot, dem wir wirklich nachkommen wollen. Wir haben keine Schwierigkeiten damit, wenn unser Gegenüber uns ebenbürtig ist, wenn er unseren Vorstellungen entspricht. Aber es fällt mir und sicherlich auch euch doch viel schwerer, wenn wir auf Personen treffen, die sich nicht so ausdrücken können, deren Aussehen nicht so toll ist, weil sie sich nicht so gut kleiden können oder ungewöhnliche äussere Merkmale haben.

Nehmt einander an, ja wir wollen einander annehmen. Aber wir vergessen dabei nur zu gerne diesen so wichtigen kleinen Nebensatz. Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat. Ich glaube nicht, dass Jesus danach geschaut hat, ob ihm unsere Nase passt, ob wir für ihn richtig gekleidet sind, oder ob wir sonst seinen Ansprüchen genügen. Würde Jesus danach schauen, würde er sich von mir sicherlich abwenden. Ich entspreche nicht den Ansprüchen Gottes. Aus seiner Sicht wäre ich kein Kandidat für ein Gegenüber. Aber trotzdem hat er mich erwählt. Und euch auch. Er hat uns vorbehaltlos angenommen. Und so sollen auch wir einander annehmen - vorbehaltlos.

Christus sagt uns, wir sollen einander lieben. Zu lieben heißt, sich für den anderen zu entscheiden. Genauso wie das Lieben ist auch das Annehmen eine Entscheidung. Ich muss mich dafür entscheiden, den anderen anzunehmen. Ich muss mich dafür entscheiden in ihm etwas anderes zu sehen, als das was mich abstößt. So wie sich Christus für mich entschieden hat, muss ich mich für meinen Nächsten, mein Gegenüber entscheiden.

Ich muss mich auch dafür entscheiden, dieses Annehmen nicht nur für den Augenblick zu tun, sondern dieses auch über einen langen Zeitraum immer wieder zu bewerkstelligen. Dazu gehört, dass ich mich mit meinem Gegenüber auseinander setze. Ich kann jemandem den ich annehme auch mit Kritik begegnen. Aber ich darf dabei nicht vergessen, dass wenn der Kritikpunkt angenommen und vielleicht sogar abgestellt wurde, eine Rückmeldung von mir kommen sollte. Wenn ich schon kritisiere, muss mir auch eine positive Veränderung auffallen.

Christus sagt uns, wenn wir einander lieben (annehmen) kann man uns als seine Nachfolger erkennen. Doch die Annahme unseres Gegenüber ist nicht nur Zeugnis, sondern auch Lobpreis. Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat. Diese Zeile kennen wir. Aber um ehrlich zu sein, mir ist auch erst bei der Vorbereitung zu diesem Artikel aufgefallen, dass es neben diesem Nebensatz auch noch einen Nachsatz gibt. Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.

In diesem Sinne wünsche ich euch Gottes Segen Unterschrift Detlef