Artikel 09./10.2009

Liebe Geschwister, liebe Freunde!

An einem heißen Tag brach im Wald ein Feuer aus. Sobald die Vögel das Feuer bemerkten, flogen sie in Richtung See an der Nordseite des Waldes. Auf einmal sah der Schwarm, wie ein Spatz umdrehte und zu dem brennenden Gebiet zurückflog. Über den Flammen hielt er an und ließ ein wenig Wasser fallen, das er in seinem winzigen Schnabel gehabt hatte. Die anderen Vögel wunderten sich und fragten den Spatz: „Was tust du da?“ Er antwortete schlicht: „Ich trage meinen Teil bei.“

 Manchmal kommt es mir so vor, als wäre ich oder das Friedenheim solch ein Spatz. Der Dienst, den wir als Friedensheim tun, erscheint wie ein paar Tropfen Wasser auf einen Waldbrand. Bevor das Wasser noch den Boden oder die Flammen erreichen kann, ist es schon verdampft. Man bekommt gar nicht mit, dass etwas bewirkt wird.

So ähnlich ist es doch auch mit unserer Arbeit im Friedensheim. Ob es nun die Jungschar- und Jugendgruppen sind oder ob es um unsere Nachbarschaftsarbeit geht, zu sehen ist nichts. Das ist entmutigend. Wir sind mit einem Enthusiasmus in diese Arbeit gegangen und nun nach einem Jahr sieht es so aus, als ob wir uns noch gar nicht von der Stelle bewegt haben.

Doch dabei vergessen wir zu schnell, dass wir vor Gott, wie dieser Spatz nur unseren Teil dazu beitragen sollen. Es geht nicht darum, das besonders gut oder schnell oder sonstwie zu machen, sondern es geht darum, diesen Teil einfach nur zu tun. Jesus verspricht uns nicht, dass wir immer riesigen Erfolg haben. Er verspricht uns nur, uns dabei zu begleiten, uns beizustehen und zu stärken. Er verspricht uns das zu tun, wenn wir unseren Teil dazu beitragen.

Ein Wassertropfen scheint sehr wenig zu sein. Ein einzelner ist auch sehr wenig. Aber wenn die Tropfen zusammenkommen können sie viel erreichen. Wer schon einmal eine Tropfsteinhöhle besucht hat, konnte sehen, was Wassertropfen bewirken können. Die Tropfen waschen eine Höhle aus, und werden zu riesigen Säulen. Alles was dazu nötig ist, sind eine große Menge an Wassertropfen und viel Zeit.

Vielleicht erleben wir nicht, dass unsere Arbeit im Friedensheim Früchte trägt, aber Jesus sagt uns, es ist nicht umsonst. Und viele Früchte müssen auch im Verborgenen erst heranwachsen, bevor sie sichtbar und genießbar werden.

In diesem Sinne wünsche ich euch, dass ihr in der kommenden Zeit solche Wassertropfen sein könnt und euren Teil zum Reich Gottes beitragt.

Euer Unterschrift Detlef