Artikel 03./04.2010

Liebe Geschwister im Herrn, liebe Freunde!

Wer sehnt sich nicht, wenn er gefangen ist, nach Freiheit? Gefangen sein engt ein. Gefangen sein erdrückt uns regelrecht. Da ist Freiheit etwas, was uns den Eindruck  vermittelt, dass mit ihr alles möglich ist. Und damit sind wir in der Freiheit gefangen.

Das klingt widersprüchlich: „In der Freiheit gefangen“ oder „Die Freiheit nimmt uns gefangen“. Was soll das? Sollen wir nun nicht mehr nach Freiheit streben? Um es mit den Worten von Paulus (nach der Luther-Übersetzung) zu sagen: „Das sei ferne!“

Freiheit bedeutet, dass wir alles tun können. Es ist uns durch die Freiheit (fast) alles möglich. Der Artikel 2, Abs. 1 des deutschen Grundgesetzes gestattet jedem das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. Was für ein wunderbares Privileg, das wir haben. Vielen Menschen in anderen Ländern ist derartiges nicht erlaubt. Da gibt es Unterdrückung gegen die das Gesetz nicht vorgeht. Wir hier in Deutschland sind freie Bürger.

Aber genau hierin liegt die große Gefahr. Weil uns die Freiheit alles erlaubt, vergessen wir nur allzu oft wem wir unser Leben überhaupt zu verdanken haben. Viele in unserem Lande leben in Saus und Braus – auch Christen. Wir vergessen immer wieder welch hohes Gut die Freiheit ist und leben daher  egoistisch. Frei schon, aber wir übersehen den Nächsten. Frei, aber in einer trügerischen Freiheit, die uns in eine Sackgasse führt. Weil wir alles dürfen in unserer Freiheit und wir ohne großartige Hindernisse leben können, fragen wir uns oft gar nicht mehr, wer uns diese Freiheit letzten Endes  ermöglicht.

Schlimmer noch, Christen neigen häufig zu Gesetzlichkeit – und die engt bekanntermaßen ein. Du darfst dieses nicht tun, jenes musst du lassen. Oftmals geschehen diese Einengungen aus einer Angst heraus. Angst davor eigene Macht zu verlieren. Angst davor neue Wege einzuschlagen („Das war  schon immer so…“). Oder es ist unbequem sich ernsthaft über Themen Gedanken zu machen, die aktuell die Welt beschäftigen. Vielleicht ist auch die Angst da, sich der Welt zu öffnen, obwohl gerade Jesus sich der Welt geöffnet hat. Jesus hat sich nicht der Welt angepasst, aber er hat sich ihr  gegenüber geöffnet und die Menschen da abgeholt, wo sie sich befanden. Schaffen wir es unsere Herzen für die Menschen zu öffnen, die Jesus unbedingt brauchen?

Gott, der Vater, engt uns nicht ein. Er lässt uns unsere Freiheit. ER lässt uns den freien Willen, der uns auch dazu führt die Konsequenzen unserer Fehlentscheidungen zu tragen (wenn das der Fall ist). Wir dürfen uns für ein Leben ohne IHN aber auch und gerade mit IHM entscheiden.

Ein Leben mit Gott führt dazu, dass ich ihn im Alltag suche. Dass ich Gemeinschaft mit ihm habe. Dass ich die Freiheit mit ihm genieße. Er leitet mich seine Wege. Allerdings muss ich meine alltäglichen Prioritäten hinterfragen. Was, oder besser Wer ist der zentrale Punkt in meinem Leben? Ist es ein Leben mit dem Herrn? Wenn ich dazu ein klares Ja habe, dann bin ich auf dem richtigen Weg. Und – wie es in der Bibel steht – Jesus ist der Einzige, der uns wirklich frei macht. Er macht uns von allem Bösen, dass uns bisher belastet (hat), frei. Frei auch mit der Freiheit gut umzugehen. Frei den Nächsten wahrzunehmen. Frei alltägliche Fesseln aufzugeben.

Ich wünsche uns allen Gottes reichen Segen im richtigen Leben in Freiheit. Mögen wir immer die richtigen Entscheidungen treffen können und die Freiheit mit unserem Schöpfer genießen. Ein Bild noch: Jesus empfängt uns mit ausgebreiteten Armen, weil er uns liebt.

Euer Unterschrift Andreas