Artikel 11./12.2010

Markt und Straßen steh‘n verlassen still erleuchtet jedes Haus sinnend geh ich durch die Gassen alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen buntes Spielzeug fromm geschmückt tausend Kindlein steh‘n und schauen sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern bis hinaus ins freie Feld hehres Glänzen, heil‘ges Schauen wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen aus des Schnee‘s Einsamkeit steigt‘s wie wunderbares Singen Oh du gnadenreiche Zeit!

Liebe Geschwister, liebe Freunde!

Markt und Straßen stehn verlassen... In unserer hektischen Zeit kommt mir‘ dieses Weihnachtsgedicht aus meinen Kindertagen wie eine schöne heile Welt vor. Wo gibt es bei uns in der Großstadt noch verlassene Straßen, insbesondere während der Weihnachtszeit. Hell erleuchtete Straßen und Geschäfte, hektisch eilende Menschen prägen die Einkaufsbereiche und nur zu leicht lassen wir uns auch davon anstecken.

 

An Weihnachten selbst finden wir vielleicht noch Zeit zur Besinnung, aber wie ist es in der Zeit davor? Selbst zu Jesu Geburt herrschte keine Ruhe. Das Edikt des Kaisers, dass alle Welt sich schätzen lassen solle, sorgte für einige Unruhe. Jeder war mit seiner Familie auf dem Weg in seinen Geburtsort, damit er in die richtigen Listen eingetragen werden konnte. So auch Josef und Maria. Sie mussten reisen, und in dem Zustand Marias war das keine leichte Spazierfahrt. Unsere Jungschar hat in den Herbstferien etwas davon mitbekommen, wie schwer es zu der damaligen Zeit war zu reisen.

Nein, auch dort herrschte keine Ruhe und Besinnung. Und doch wird uns Weihnachten immer mit diesem Bild der besinnlichen Weihnacht hingestellt. Warum möchte ich euch fragen. Damit wir zur Besinnung kommen können. Damit wir uns darauf konzentrieren, was Weihnachten für uns tatsächlich bedeuten sollte.

Weihnachten soll eben nicht das Fest der Beleuchtung sein, sondern das Fest der Erleuchtung, wie es eine Hörspielkassette aus den Kindertagen meines Sohnes so treffend formulierte. Wir sollen zur Erleuchtung kommen, dass Jesu Geburt die Einleitung dafür war, uns die Freiheit und die Erlösung zu bringen. Jesu Geburt und die Unruhe seiner Eltern, leitete die Erfüllung Jahrhunderte alter Prophezeiungen ein.

Eine Erfüllung, auf die viele Menschen der damaligen Zeit vielleicht warteten, die sie aber in der Hektik des Alltags und der Probleme der damaligen Zeit nicht fanden. Wir dürfen über unsere Hektik hinwegschauen. Wir brauchen nicht suchen, sondern können einfach nur unsere Bibel aufschlagen, ins Internet gehen oder eine Gemeinde besuchen, um von dieser Erlösung zu erfahren. Uns stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung und doch überkommt uns insbesondere zu Weihnachten wieder diese Hektik aus den Tagen zu Jesu Geburt. Wir sind auf der Reise durch die Geschäfte und auf der Suche. Aber eher nach Geschenken als nach Jesus.

Die Bilder unserer Väter, wie in diesem Gedicht, können uns daran erinnern, dass es anders sein kann. Sie können uns zurückführen zur Besinnung, damit wir dann Erleuchtung erlangen können.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen in dem nun kommenden Advent, dass wir die Möglichkeit ergreifen, einmal anzuhalten und stille zu werden. Nutzen wir einfach die Möglichkeit, die uns ganz besonders auch dieses Gedicht aufzeigt.

Und ich wandre aus den Mauern bis hinaus ins freie Feld hehres Glänzen, heil‘ges Schauen wie so weit und still die Welt!

Euer Unterschrift Detlef