Artikel 01./02.2011

Danke für die Zeit, die du mir geschenkt hast…

Liebe Freunde,

es gibt Tage in unserem Leben, die verlaufen sehr normal, da reiht sich eine Aktivität an die andere, da erleben wir Dinge, die wir schon immer wieder mal erlebt haben und wir wissen auch schon fast genau, was uns als nächstes erwartet. Es ist egal, ob das an einem Alltag oder am Sonntag passiert.

 

Heute ist Sonntag. Der Gottesdienst ist vorbei und viele gute Gespräche haben stattgefunden. Auch meine Gespräche waren gut und haben mich wieder neu motiviert. Sie taten gut. Die Gedanken gehen schon zum Nachmittag hin und ich plane, was ich essen werde, es ist egal, wann – es würde eh noch etwas dauern, da ich im Kochen sowieso nicht der allerschnellste bin. Die letzten Gottesdienstbesucher werden noch irgendwann nach Hause gehen, ich geselle mich zu ihnen und wir plaudern noch ein wenig. Wie schön diese Zeit des einander Austauschens.

Warum erzähle ich das? Nun, es hat mich sehr bewegt, die Zeit mit einem Mitmenschen (den ich übrigens auch sehr mag – was die Gemeinschaft stark fördert) zu verbringen. Wir haben einige Dinge, die uns bewegen ausgetauscht und es war eine sehr kostbare Zeit. Alles war vorher in meinen Gedanken so anders, irgendwie so routinemäßig. Und auf einmal wird durch eine Einladung Raum für eine wertvolle Zeit geschaffen. Und wir haben sie beide genutzt.

Ist es nicht genau das, wovon Jesus spricht, als er sagt in Matthäus 25,40 : „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr für mich getan.“? Die andere Person hat mir etwas von ihrer Zeit geopfert. Zeit ist heutzutage ein kostbares Gut. Aber wir müssen damit nicht sparsam umgehen, wenn es darum geht, sie mit anderen zu teilen. Die Zeit, die man gemeinsam mit jemand verbringt, wird uns eher aufbauen (vorausgesetzt wir treffen uns nicht zum Streiten) als schaden. Die andere Person hat mir etwas gegeben, was ich nicht verdient habe. Aber sie hat es mir dennoch gegeben; sie hat mich beschenkt. Ich weiß es nicht genau, aber ich denke, ich habe meinen Gastgeber auch etwas beschenkt, indem ich die Einladung angenommen habe. In diesem Sinn ist es eigentlich etwas Einfaches, wenn wir uns so beschenken.

Viele Menschen unter uns vereinsamen immer mehr. Manchmal genügt ein kurzer Anruf, indem wir sagen: „Ich habe soeben an dich gedacht“, oder „Ich hab dich lieb“, oder nur die Frage „Wie geht es dir?“. So ein Anruf kostet uns etwas Zeit, aber – und das ist das Wichtige – er bringt zum Ausdruck, dass der Andere mir wichtig ist. Ich danke meinem Schöpfer, dass ich heute einem Menschen wichtig genug war eingeladen zu werden. Ich danke für das Geschenk der Gnade, das ich erfahren durfte.

Für die kommende Zeit wünsche ich uns allen, den Mut zu haben, mal etwas Zeit für den Nächsten zu opfern. Dass wir nicht gedankenlos in den Tag hineinleben, sondern an die denken, denen es vielleicht gerade nicht besonders rosig geht. Das wird uns allen gut tun: dem der z.B. angerufen wird, aber auch dem der anruft. Oder dem der besucht wird, sowie dem der den Besuch unternimmt. Ich weiß, dass ich in Bezug auf Besuche noch sehr viel lernen darf, denn ich bin selber nicht derjenige, der das als seine besondere Stärke erlebt. Ich möchte dazulernen, ich möchte mich von Jesus  verändern lassen. Und Jesus möchte uns alle verändern. Vielleicht spricht er ja auch gerade in dein Herz hinein. Höre auf Jesus und du wirst ihn erleben und in eine ganz neue Freiheit vorstoßen.

Wenn wir das tun, ist das gelebte Liebe, zu der uns Jesus aufruft. Lasst uns von der Gnade, die wir erfahren durften, weitergeben an andere.

Mit herzlichem Schalom Unterschrift Andreas