Artikel 05./06.2012

Liebe Leser des Boten,

Ist das Leben nicht schön, wenn man ermutigt wird? Ist es nicht wunderbar, wenn uns jemand etwas erzählt, was uns aufbaut? Oder wenn dich einfach jemand in den Arm nimmt und dir sagt, dass es gut ist, dass es dich gibt?

Es ist immer gut, wenn man ermutigt wird. Jeder von uns liebt das. Es gibt keinen, der uns böse sein wird, wenn wir ihm durch unser Reden oder Tun eine Ermutigung „spendieren“. Paulus hat dieses bereits in seinem Brief an die Epheser aufgegriffen wenn er schreibt (in Epheser 5,19.20 ): Ermutigt einander mit Psalmen, Lobgesängen und von Gottes Geist eingegebenen Liedern; singt und jubelt aus tiefstem Herzen zur Ehre des Herrn und dankt Gott, dem Vater, immer und für alles im Namen von Jesus Christus, unserem Herrn.

Ermutigung verbindet, sie trennt nicht. Sie versucht wieder Dinge ins Lot zu bringen. Es ist nichts Zerstörendes in Ermutigung; sie hat etwas Heilendes. Das setzt in der Folge auch wieder gute Gedanken frei. Paulus lässt uns auch nicht im Dunkeln stehen über die Art, wie wir ermutigen sollen. Hier geht es um die Ermutigung mittels Liedern. Es ist ja auch schön, wenn wir gemeinsam singen, wenn wir Lieder anstimmen, die Gott die Ehre geben sollen.

Abschließend schreibt Paulus in diesen 2 Versen, dass wir Gott, dem Vater immer und für alles im Namen Jesus Christus danken sollen. Der Dank ist ein weiterer zentraler Punkt in dem Ganzen. Und irgendwie ist das wie ein guter Kreislauf. Wir sollen einander ermutigen und Gott von Herzen danken. Und wenn wir danken, gelingt uns auch die Ermutigung leichter. Soweit mein Eindruck.

Soeben komme ich von einer Mitarbeitertagung des Verbandes zurück. Immer wieder, nachdem wir etwas erklärt bekamen fragte der Referent: „Was macht das mit uns?“ Ich finde diese Frage gut. Man kann sie auch auf dieses Thema beziehen. Macht das was mit uns, wenn wir einander ermutigen? Passiert da etwas? Ich glaube ja. Wenn wir einander ermutigen, dann baut das unsere Seelen, die ohnehin durch den Alltagsstress arg „gebeutelt“ sind, wieder auf. Es setzt in uns eine etwas ermutigte Wahrnehmung der Dinge frei. Wir gehen wieder mit neuem Mut an die Dinge heran, die wir machen wollen. Wir fassen neue Kraft für die Aufgaben, die anstehen. Die Probleme sind vielleicht nicht weg, aber sie sind leichter zu tragen.

Und in der Konsequenz sind wir auch dankbarer. Wenn uns der Mut jedoch verloren gegangen ist, dann ist das Leben unbeschreiblich schwerer. Es möchte uns manchmal schier erdrücken. Doch wenn wir mit Freude für den Dienst leben, dann setzt das positive Gefühle frei. Das Danken fällt uns leichter. Paulus schreibt hier, dass wir aber unserem Vater im Himmel immer danken sollen. Und daher kommt mir der Gedanke, dass es sicherlich einen Sinn hat, dass die Aufforderung zur Ermutigung direkt davor steht. Weil uns als Ermutigte das Danken leichter fällt.

Nun gibt es aber auch andere Ermutigung als in Psalmen und/oder Lobgesängen. Ich durfte sie in Form von einfachen Worten erleben. Und viele andere auch. Es tat gut mit den Mitarbeitern aus den vielen Gemeinden zusammen zu sein. Die Geschwister beschäftigen ähnliche Sorgen. Und so durften wir die Ermutigung durch gemeinsames Gebet und Zuspruch erfahren. Man hörte einander zu. Geschwister erzählten, was sie erlebt hatten und wie sie damit umgegangen sind. Es waren äußerst segensreiche Tage und ich bin dem Herrn zutiefst dankbar dafür. Gott ist immer wieder in solchen Momenten (oder auch Tagen) erlebbar.

Wenn wir nun noch mal auf Paulus‘ Hinweis an die Epheser kommen: Wir sollen einander ermutigen (nicht „runter machen“ oder entmutigen), in welcher Form auch immer – aber immer mit dem Herrn im Bunde – und wir sollen dem Herrn immer für alles danken. Was macht das mit uns, wenn wir ermutigen? Es kann sein, dass die Ermutigung uns dankbar macht.

Ich wünsche den Lesern viel Freude beim Lesen des Boten und Gottes reichen Segen für den Frühling. Übrigens: mich stimmt der Frühling immer etwas froher und Freude bringt Dank.

Euer Unterschrift Andreas