Artikel 09./10.2012

Liebe Geschwister, liebe Leser des Boten.

In Lukas 17 lesen wir von 10 Aussätzigen, die Jesus gesund gemacht hatte. Er machte keinen Brei, den sie sich auftragen sollten, sondern sagte ihnen nur, dass sie sich den Priestern zeigen sollten. Allein indem sie sich im Glauben an sein Wort aufmachten, wurden sie gesund. Nur einer von den 10 kehrte, nachdem er die Genesung bemerkte, um und pries Gott mit lauter Stimme. Das war ein Samariter.

Was hat er davon gehabt? Er war gesund geworden und hätte wie die anderen 9 Aussätzigen seines Weges gehen können. Doch er tat es nicht und machte sich stattdessen zurück auf den Weg zu Jesus. Alle 10 riefen Jesus an und baten ihn, sie rein zu machen. Alle 10 sind gesund geworden. Alle 10 hätten allen Grund gehabt, fröhlich und dankbar zu sein. Aber nur einer brachte diese Dankbarkeit auch zum Ausdruck.

Wir alle haben Grund, dankbar zu sein. Wenn man von Alterserscheinungen und Wohlstandskrankheiten, wie Übergewicht und den damit verbundenen Einschränkungen absieht, haben wir alle was zu essen, ein Dach über dem Kopf und eine gut eingerichtete Wohnung. Wir kommen überall gut hin, können mit wem wir wollen kommunizieren und haben inzwischen auch meist eine Arbeit.

Und doch jammern wir oftmals, was das Zeug hält. Ich hätte gerne das noch oder jenes, ich habe nicht genügend Zeit für die wirklich wichtigen Dinge und worüber man sonst noch alles jammern kann. Dabei gibt es keinen wirklichen Grund zu jammern, sondern wir sollten eher dankbar sein, für das, was wir haben und für das, was uns, Gott sei es gedankt, nicht fehlt.

Diesen Aussätzigen ging es nicht gut. Von daher ist erstaunlich, dass nicht alle dankbar dafür waren, dass Jesus sie gesund gemacht hatte. Oder waren sie es vielleicht doch, nur sahen sie es als nicht notwendig an, ihren Dank auch zum Ausdruck zu bringen? Erst einmal abwarten, vielleicht wird es ja doch noch anders? Vielleicht sind wir ja doch nicht wirklich gesund? Geht es uns vielleicht ähnlich, dass wir von Gott ganz andere Erwartungen haben, wenn wir ihn um etwas bitten. Das wir erwarten, etwas Großes zu erleben, und stattdessen nur etwas Leises, Kleines erfahren. Geht es uns dann wie Naaman, der nicht glauben wollte, dass er gesund würde, wenn er sich in der Dreckbrühe des Jordan waschen würde.

Manchmal handelt Gott nur, indem er sagt: Geh hin. Und dann sollten wir dankbar sein. Nicht nur weil er uns hilft, sondern auch weil er sich unser erbarmt.
Ich wünsche euch allen dankbare Herzen, die den Dank auch zum Ausdruck bringen.

Euer Unterschrift Detlef