Artikel 11./12.2012

Liebe Geschwister, liebe Leser des Boten!

Es weihnachtet sehr und das nicht nur, weil die Regale in den Supermärkten voll mit Gebäck, Schokoweihnachtsmännern sind und uns aus allen Ecken Weihnachtsmusik berieselt. Auch im Friedensheim wird fleißig das Weihnachtsfest vorbereitet. Der alljährliche Basar steht an und auch der Gottesdienst am Heiligen Abend wird schon geplant und vorbereitet. Jedes Jahr erfolgt die gleiche Routine. Damit möchte ich nicht sagen, dass es jedes Jahr immer wieder das Gleiche ist. Nein, jedes Jahr wird das Gleiche auf immer wieder andere Art und doch so gleich gefeiert.

Eine Tradition, ein guter Brauch oder was ist es, dass wir hier tun? Was ist Weihnachten für uns? Jedes Jahr aufs Neue stelle ich mir diese Frage. Seit nunmehr 25 Jahren oder sogar noch etwas länger laufen die Weihnachtsfeiertage auf immer die gleiche Weise ab. Am Heiligabend wird der Gottesdienst in der Gemeinde besucht und im Anschluss daran wird mit der Familie gefeiert. Am ersten Weihnachtsfeiertag ist dann meist wieder ein Gottesdienst angesagt und danach wird mit einem anderen Teil der Familie gefeiert und am zweiten Feiertag treffen wir uns dann mit Freunden, um bei einem weiteren guten Essen und viel Gemeinschaft das Weihnachtsfest ausklingen zu lassen.

Weihnachten ist in unseren Breiten von Traditionen und Brauchtum geprägt, ob es der Weihnachtsbaum, die Gans oder wie in Berlin häufig Kartoffelsalat und Würstchen am Heiligen Abend ist. Doch ist das alles, frage ich mich immer häufiger. Weihnachten sollte doch ein Fest der Freude, nicht nur über die weltlichen Geschenke sein, über das große Geschenk Gottes sein. Sein Angebot für unser Leben, die Versöhnung mit ihm selbst in seinem Sohn Jesus Christus. Und doch gerät dieser Grund von Weihnachten bei mir immer wieder in den Hintergrund. Ja ich weiß darum, aber lebe und fühle ich es auch? Da helfen mir auch selten die Gottesdienste diesen Hintergrund ins Herz zu rufen.

Vielleicht ist genau deshalb diese Wiederholung einfach wichtig. Das Volk Israel wurde von Gott aufgefordert sich regelmäßig an den Auszug aus Ägypten zu erinnern, indem es das Passah Fest feiert. Eine jährliche Erinnerung, damit es nicht vergessen wird und nicht zu einer Legende und Sage verkommt. Es ist geschehen, denn Gott hat in das Leben seines auserwählten Volkes eingegriffen. Genau so sehe ich inzwischen auch Weihnachten und Ostern. Eine jährliche Erinnerung daran, dass Gott in das Leben aller Menschen und nicht nur seines auserwählten Volkes, eingegriffen hat. Eine Erinnerung damit dieses Geschehen nicht zu einer Legende verkommen kann. Ähnlich wie beim Abendmahl den Tod Christi dürfen wir als Christen zu Weihnachten die Geburt Jesu verkündigen, bis er wiederkommt. Immer und immer wieder.

Wir dürfen und sollen uns erinnern, damit es eben nicht in Vergessenheit gerät. Und ähnlich wie Paulus möchte ich sagen, egal wie diese Geschichte von Weihnachten verkündet wird, wichtig ist es, dass sie verkündet wird. Wenn dazu Traditionen nötig sind, dann möchte ich diese Traditionen feiern und versuchen, sie mit Leben und dieser wunderbaren Botschaft zu füllen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gesegnete Weihnachtszeit.

Euer Unterschrift Detlef