Artikel 01./02.2013

Behandle deine Seele gut.

Liebe Leser des Boten,
Ach, tut das mal wieder gut, ein paar freie Tage zu haben. Während ich diese Zeilen schreibe, befinden wir uns im Advent und das Weihnachtsfest wirft seine Schatten voraus. Es gab diesen Winter sogar schon wieder mal im Dezember Schnee, der liegen blieb. Beim Freimachen des Gehwegs an der Straße und der Ruhe in der Nachbarschaft – nur meine Schneebeseitigungsmaschine machte eben noch Lärm – fange ich an zu träumen. Es ist ziemlich kalt draußen, eine Katze ist soeben noch über den Hof gejagt, ansonsten: Ruhe!

Also, ich denke an die bevorstehenden freien Tage – noch ein paar Wochen, dann ist es wieder soweit. Fernsehen, schöne Filme ansehen, schlafen, mit lieben Menschen zusammen sein. Viel Essen, ausruhen, schöne Dinge tun. Jede hat so seine eigenen Vorlieben. Jemand anders geht wiederum gerne ins Kino. Was hat da nun mit dem Thema zu tun, werdet ihr euch nun fragen. Ich denke, so einiges.

Paulus schreibt in seinem zweiten Brief an die Korinther (der erste Brief ist leider verloren gegangen…) (in 1.Kor 10,23.24 ): Ihr sagt: „Es ist alles erlaubt.“ Ich wiederhole: Es ist aber nicht alles zuträglich. Wohl ist den Christen alles freigestellt, aber es hilft nicht alles zum Aufbau. Keiner denke nur an sich, sondern jeder auch an den anderen!

Es ist also alles erlaubt. Na, dann ist das ja gut. Viele von uns hören genau da auf zu lesen, wo es heißt, dass alles erlaubt ist. Aber Paulus geht weiter und sagt uns, dass das zwar richtig ist, aber es tut uns nicht alles gut.

Bis vor einiger Zeit glaubte ich auch, dass man zum Beispiel das Rauchen darunter verstehen konnte, wenn man meint, es sei nicht alles zuträglich – ich hatte starke Probleme, davon loszukommen. Aber heute glaube ich, dass diese Aussage viel weiter geht.

Ich habe vor einigen Tagen gehört, wie jemand sagte, dass wir unserer Seele nichts Gutes tun, wenn wir uns jeden Müll im Fernsehen ansehen. Wir tun unserer Seele auch nichts Gutes an, wenn wir auf jede Information bei Facebook reagieren. Unserer Seele schadet es auch, wenn wir ständig auf Emails achten. Auch in diesem Punkt habe ich einen hohen Lernbedarf. Wir sind damit immer „unter Strom“. Wir kommen gar nicht dazu, uns zu erholen.

Es ist nicht so, dass diese Dinge, dich ich gerade genannt habe, grundsätzlich schlecht sind, sie tun uns aber, wenn wir den Umgang mit ihnen übertreiben, nicht gut. Es kann uns genauso ergehen, wenn wir ständig arbeiten, ohne uns wirklich zu erholen. Das interessante ist nun, dass nicht die schlechten Dinge uns schaden, sondern das Übertreiben der guten Dinge. Es ist schon interessant, wie der Widersacher Gottes uns hier auf ganz hinterlistige Art auf die falsche Fährte lockt.
So bleibt zum Einen festzuhalten, dass das Übertreiben der guten Dinge uns schadet.

Andererseits möchte ich noch darauf kommen, dass wir auch aufpassen sollten, was wir „in uns reinziehen“ (das sagt man heute so). Es geht darum, dass wir nicht jeden Müll aufsaugen müssen wie ein Schwamm. Jemand sagte mal, dass er sich einen Film angesehen hatte und erst gegen Ende merkte, dass er den Film bereits gesehen hatte. Und dann sagte er: „Da fasst du dir an den Kopf und greifst ins Leere!“ Tja, so ist das. Wir haben bereits derart viel in uns aufgesogen, dass wir das gar nicht mehr verarbeiten können.

Und nun kommt‘s: Das, was wir in uns aufnehmen, das wandert ganz tief in unsere Seele hinein. Und wenn es so tief in uns reingeht, dann beeinflusst das auch unser Wesen. Viele von uns haben oft den Eindruck, dass sie Gottes Reden nicht mehr klar oder gar nicht mehr vernehmen. Sie wissen nicht, was wirklich Gottes Wille für ihr Leben ist. Das ist eine klare Konsequenz dessen, dass wir zu viel Müll in uns hineinlassen.

Daher sollten wir wieder neu das Wort Gottes entdecken und die Zeit der Stille für uns zu einem wichtigen Bestandteil unserer täglichen Aktivitäten werden lassen. Einige nehmen sich gute Dinge für das neue Jahr vor. Vielleicht ist dieses ja etwas, was unbedingt gut ist für dich. Lass dich ganz neu auf Jesus ein. Auf ein Treffen mit ihm in der Stille. Weniger ist mehr, sagt man manchmal. Weniger Aktivität tut häufig gut; wenn wir nicht aufpassen, lassen wir uns von der Welt(zeit) verschlingen. Ich habe mir vorgenommen, in der freien Zeit über die Jahreswende mich nicht von den weltlichen Dingen vereinnahmen zu lassen. Lasst uns füreinander beten, dass das uns allen gelingt. Jesus hat Freude an Gemeinschaft mit ihm – in der Stille.

Ich wünsche allen Lesern ein frohes und gesundes Jahr 2013 und den Segen unseres Herrn. Sucht ihn täglich.

Euer Unterschrift Andreas