Artikel 03./04.2013

Nachdenklich sieht Petrus am Ufer in die untergehende Sonne. Während er sich mit seinen Freunden getroffen hat, kommt er ins Nachdenken. Er denkt an eine sehr ereignisreichen Zeit zurück. Die drei letzten Jahre - das war wirklich eine besondere Zeit. Hier am See von Tiberias hatte dieser Jesus sie damals aufgefordert: „Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!" ( Markus 1,17 ).

Begeistert sind sie mit ihm durch Galiläa gezogen. Unglaubliches erleben sie unterwegs: Er verwandelt Wasser zu Wein; er heilt Kranke; er stillt den Sturm auf dem See. Ja, er ruft sogar Tote zurück ins Leben.

Und das, was Er zu sagen hatte … Er ist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes – davon ist Petrus überzeugt. Aber dann vor wenigen Tagen dieses grausame Ende: Verhaftung, Verurteilung - und dann stirbt Jesus diesen qualvollen Tod am Kreuz.

„Lasst uns fischen gehen," sagt Petrus zu seinen Freunden. Und so startet am Abend ein Fischerboot mit sieben Männern zu diesem erfolglosen Fischzug – „in jener Nacht fingen sie nichts" ( Johannes 21,3 ). Enttäuscht und entmutigt rudern die Männer im Morgengrauen das Boot zurück zum Ufer. Da spricht ein Fremder sie an und bittet um etwas zu essen. Aber nach dieser enttäuschenden Nachtschicht können die Männer nicht einen einzigen Fisch vorweisen. Wieder ruft der Fremde ihnen zu, es doch mal rechts vom Boot zu probieren. Müde werfen sie das Netz noch einmal aus - und wirklich: endlich klappt es! So viele Fische sind im Netz, dass sie fast nicht mehr vorwärts kommen.

Da geht Johannes ein Licht auf: „Es ist der Herr!" – Petrus hält jetzt nichts mehr in dem schwerfälligen Boot. Er springt in den See und schwimmt ans Ufer zu dem, den er liebt - seinem Herrn. Tropfnass steht er am Ufer und sieht ein fertig zubereitetes Essen: gebratener Fisch und Brot dazu. Dann die Einladung des Herrn: „bringt von euren Fischen und kommt, frühstückt." Dieser liebevolle Herr versorgt seine Freunde. Er bedient die verschwitzten, müden Männer nach einer anstrengenden, zunächst ja so erfolglosen Nachtschicht. Gestärkt und satt genießen die Männer den Beginn des neuen Tages.

Nicht dieser mühsame Fischzug der letzten Nacht wurde anschließend zum Gesprächsthema, sondern für Petrus rückte etwas anderes ganz deutlich in den Fokus. „Liebst Du mich mehr als diese?" - so lautete die herzerforschende Frage, die Jesus ihm zunächst stellt. Es entwickelt sich ein tiefgehendes Gespräch zwischen den beiden Männern. Die feste Verbindung zwischen Liebe und Nachfolge wird Petrus einmal mehr deutlich.

Wollen auch wir bei all unseren guten Aktivitäten und hilfreichen Aktionen niemals diese Frage unseres Herrn aus dem Blickfeld verlieren: Liebst Du mich? Werden wir auch traurig, wenn Er uns diese Frage wieder einmal stellt? Liebst Du mich? Er kennt unsere Gedanken und die wirkliche Motivation unseres Tuns. Er möchte uns neu zeigen, was wirklich zählt im Dienst für Ihn. Gerne wollen wir dann auch aus Seinem Mund hören: Folge du mir nach.

Euer  Unterschrift Detlef