Artikel 07./08.2013

Liebe Geschwister, liebe Leser des Boten

Seit Tagen setze ich mich immer wieder an meinen Rechner, um diesen Artikel zu schreiben. Ich habe keinen richtigen Gedanken und lasse mich durch andere Dinge ablenken.

Wenn wieder ein Abend vorbei ist, an dem ich nichts für den Artikel geschrieben habe, kommt auch das schlechte Gewissen. Du hättest ja die Zeit auch besser nutzen können. In solchen Augenblicken wandern meine Gedanken zu einer Schwester. Sie ließ sich nicht zu einer Veranstaltung mitnehmen, weil sie auf dem Weg dorthin noch ein paar Traktate in Briefkästen verteilen wollte. So müsste meine Einstellung doch auch sein. Solch ein Einsatz für Jesus und sein Werk.

Gleichzeitig weiß ich um ihre Selbstzweifel, dass sie nicht genug für Jesus tut. Woran liegt das, dass wir uns selbst immer so gering einschätzen, während andere uns als die Streiter für das Werk Jesu sehen. Aufopfernd und eifrig sind wir in den Augen anderer, faul und träge in unseren eigenen.

Wir vergleichen uns, und wollen genauso gut oder besser als der oder die andere sein. Dabei übersehen wir, dass zum Teil sehr unterschiedliche Bedingungen herrschen. Wo der andere eine Gabe hat und die Zeit, diese Gabe umzusetzen, bin ich vielleicht nicht gesegnet. Dafür kann ich andere Dinge.

Und doch will ich immer das, was ich nicht habe. Wir meinen immer, dass sich unser Christsein in Taten ausdrücken muss. Aber ich glaube, dass wir eher mit unseren Taten versuchen, etwas für unsere Erlösung zu leisten. Das aber haben wir nicht nötig, denn allein durch die Gnade Gottes werden wir erlöst. Wir können nichts dazu beitragen.

Eigentlich wissen wir das, aber trotzdem meinen wir immer wieder, etwas dazu beitragen zu müssen. Unser Glauben soll doch sichtbar werden, und das geht doch nur über Taten. Ja, unser Leben soll unseren Glauben wiederspiegeln.

„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit“, heißt es im Galaterbrief. Auf diese Art und Weise spiegelt sich vielmehr Jesu Wesen in uns wieder. Als Gemeinde brauchen wir die Mitarbeit und das fleißige Zupacken. Besonders wenn es darum geht, Menschen zu begegnen und ihnen von Jesus weiterzusagen. Aber nur wenn wir das in der Frucht des Geistes tun, werden wir die Menschen auch erreichen.

Es geht wieder in die Sommerferien und die Aktivitäten werden auch im Friedensheim eine Weile weniger. Zeit, uns auf Jesu Weg zu besinnen und in ihm Kraft zu tanken.

Ich wünsche euch allen eine gesegnete Sommerzeit.

Unterschrift Detlef