Artikel 09./10.2013

Liebe Geschwister, liebe Friedensheimer,

im Internet kursiert mal wieder eine Geschichte, die mich zum Nachdenken bringt:

Eine alte Frau setzte sich in ein Café. Die Kellnerin brachte ihr die Menü-Karte und fragte nach, was sie denn bestellen möchte. Die alte Frau fragte: "Wie teuer ist bei Ihnen ein Stück Torte?" Die Kellnerin antwortete: "5€“. Die gebrechliche alte Frau holte einige Münzen aus ihrer Tasche und begann langsam zu zählen. Dann fragte sie wieder: „Und wie teuer ist bei Ihnen ein einfaches Stück Kuchen?“ Die Kellnerin war etwas gestresst, da sie noch viele Tische bedienen musste und antwortete sehr ungeduldig: "4€!". „Das ist gut, dann nehme ich gerne ein Stück Kuchen“, antwortete sie.

Die Kellnerin brachte ihr genervt den Kuchen und legte gleich die Rechnung dazu. „Immer diese geizigen Leute“, dachte sie sich dabei. Die alte Frau aß ganz langsam und genussvoll den Kuchen, stand dann auf, legte das Geld auf den Tisch und ging. Als die Kellnerin den Tisch aufräumen wollte, stellte sie fest, dass die Frau ihr 1€ Trinkgeld hingelegt hat. Sie bekam vor Rührung Tränen in die Augen. Aber es war zu spät, um sich bei der alten Frau zu entschuldigen. (Autor unbekannt)

Ich erkenne mich in der Kellnerin wieder. Auch ich bin häufig ungeduldig, weil ich noch so viel zu tun habe oder weil ich mir schon ein Bild von meinem Gegenüber gemacht habe. Es muss auf meine Art erfolgen und dabei übersehe ich, dass der Andere vielleicht in einem Lernprozess ist oder gar nicht mehr so kann. Eigentlich weiß ich darum, dass jeder seinen eigenen Weg braucht, um voran zu kommen. Und doch fällt es mir immer wieder schwer, diesen eigenen Weg auch dem anderen zuzugestehen. Ich selber möchte meinen eigenen Weg gehen und fordere dieses auch ein.

Was wäre, wenn Gott genauso denken würde? Würde er versuchen uns alle wie in einem militärischen Ausbildungslager zu drillen, damit wir den gleichen Weg gehen. Im Gleichschritt marsch, auf in den Himmel? Wir würden gleichgeschaltet und unsere Persönlichkeit verlieren! Ich danke Gott dafür, dass er mit mir meinen Weg geht und mit Dir, Deinen Weg. Und ich möchte mich daran erinnern lassen, dass auch ich mit meinen Geschwistern auf ihrem Weg mitgehe und sie nicht auf meinen Weg dränge. Jesus ermahnt uns in Matthäus 5, 41 : „Und wenn einer von dir verlangt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei Meilen mit ihm!“ Das ist SEIN Weg alles mit Liebe zu vergelten. Lasst uns diesen, seinen Weg einschlagen.

Ich wünsche allen Lesern viel Erfolg dabei.

Unterschrift Detlef