Artikel 11./12.2013

Geber, Nehmer und andere Arten von Liebenden

Geschrieben von Dr. Dave Currie – übersetzt von Hugo Unger

Sehr wichtig in unserem Leben sind Verhältnisse mit unseren Mitmenschen. Wir verbringen einen großen Teil am Tag mit jemandem. Deshalb müssen wir lernen, mit anderen gut auszukommen. Wenn uns das gelingt, können wir unser Leben voll genießen. Gelingt uns das nicht, dann verschwenden wir viel Zeit im Alleinsein, in Unzufriedenheit und Einsamkeit.

Warum wohl?

Weil wir so viel Zeit, Mühe und Emotionen mit Menschen verbringen, denen wir ganz nahe sind. Es sind unsere Freunde, Nachbarn, Eltern, Kinder und Ehegatten. Dies sind besonders wichtige Menschen. Sie bestimmen unsere Zeit, unsere Gedanken, unsere Energie und unser Herz. Sie prägen unser Leben und unsere Zeit. Das Geheimnis unseres Daseins ist der Dienst an Anderen, wie Jesus es uns zeigte.

Wieso?

Es gibt 3 Arten von gegenseitiger Beeinflussung. Da sind Geber, Nehmer und andere Arten von Liebenden oder solche, mit denen es leicht ist, Kontakte zu knüpfen.

Geber befriedigen die Wünsche und Bedürfnisse anderer zuerst, bevor sie an die eigenen denken. „Ich bin für dich da" ist die Parole.

Das ist eigentlich eine gute Charaktereigenschaft in unserer zerstrittenen Welt. Die Bibel sagt ja, dass es besser ist zu geben als zu nehmen. Wenn wir andere vorziehen, machen wir uns Freunde.

Aber man kann leicht zu weit in diese Richtung gehen. Wenn wir zur Selbstverleugnung kommen, werden wir anfangen, an unserem Selbstwert zu zweifeln. Wir werden unsicher in unseren Gefühlen und versäumen, unsere eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Wir können nicht alle um uns herum glücklich machen. Da fehlt dann ein Gleichgewicht, obwohl das oft als edel angesehen wird. Wir wollen auch nicht unterwürfig sein, wie eine Matte unter den Füßen wirkt. Das endet manchmal in Ärger und Selbstmitleid.

Dann sind da die Nehmer. Das sind solche, die immer in den vordersten Reihen stehen. Ihre Parole ist: „Du bist für mich da."

Die ganze Welt dreht sich um sie. Sie sind wie ein Neugeborenes, das die ganze Familie in Anspruch nimmt und sie manipuliert.

Wir alle sind durch diese Phase gegangen und haben gelernt, dass sich nicht alles um uns dreht. Nehmer sehen nur ihre eigenen Wünsche, Launen und Nöte. Sie scheinen blind für die Nöte anderer zu sein. Sie beschuldigen andere sehr schnell. Sie suchen Fehler immer bei anderen. Solche betrachten andere als Schachfiguren, die sie nach Belieben ziehen können. Sie sind meistens oberflächlich und unfähig tiefe, persönliche Verhältnisse mit anderen zu knüpfen. Oft schieben sie mit ihrem Verhalten ihre Freunde und Familienglieder zurück.

Die Bibel warnt uns vor solchem Verhalten. Philipper 2,4 sagt: „Denkt nicht an den eigenen Vorteil, sondern habt das Wohl der anderen im Auge."

Und dann sind da die anderen Arten von Liebenden, die Beziehungsknüpfer. Ihre Absicht ist oft ihr „Ich"-Syndrom in ein „Wir" zu verwandeln. Sie sagen: „Ich bin für uns da." Sie dienen anderen ohne ihre eigenen Bedürfnisse und Verlangen zu unterdrücken. Sie geben anderen ihre volle Achtung, ohne ihre Selbstachtung zu ignorieren.

Das ist was die Bibel meint mit „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Wir sind für uns selbst und für andere in unserem Verhalten verantwortlich. Die anderen Arten von Liebenden sind darauf bedacht, andere zu lieben und für sie zu sorgen und mit ihnen praktische Dinge zu teilen.

Die zwei Flüsse Donau und Inn fließen bei Passau zusammen. Eine Strecke fließen beide nebeneinander und man kann ihre Ströme klar sehen. Dann aber mischen sich die Wasser und werden zu einem einheitlichen Strom. Zwei werden eins. Das geschieht miteinander durch Verhandlungen, Ergänzungen und durch Stärkung der gegenseitigen Verhältnisse.

Diese dritte Gruppe ist wohl dem biblischen Muster am nächsten. Haltet daran fest. Manchmal wird man etwas müde, diesen Regeln zu folgen. Der Herr aber gibt neue Kraft denen, die darum bitten.

In Liebe

Hugo Unger