Artikel 07./08.2014

Begeistertes, großzügiges Geben

Folge 2 von 2

Warum geben wir?

Zuallererst, weil Jesus uns aufforderte zu geben. Er gab uns auch sein persönliches Beispiel vom Geben. Sein ganzes Leben hier auf Erden war ein Geben für seine Geschöpfe, die den falschen Weg einschlugen und mehr auf Satan hörten als auf ihren Schöpfer. Jesus gab seine hohe Stellung im Himmel auf. Er unterstellte sich seinen gefallenen Geschöpfen und starb einen furchtbaren Tod auf Golgatha. Dies war die allerhöchste Gabe.

Dies spornt uns an, auch reichlich zu geben. Das gibt uns auch viel Gelegenheiten, für andere ein positives Zeugnis zu sein. Als wir 1958 als Einwanderer in Kanada ankamen, brachten wir unsere Reiseschuld von $ 700,- mit. Ich fing als Maler im Häuserbau an und verdiente $ 1,- pro Stunde. Wir brachten unser 6 monatiges Baby mit in diese völlig neue Welt für uns. In Paraguay war ich Lehrer in der Sekundarschule. Das war ein Schock. Der Herr aber war hinter uns. Er gab Gesundheit und Arbeit in diesem Neuanfang.

Nach 3 Jahren führte der Herr uns in ein Bibelstudium. Wir fingen mit 2 Kindern und $ 600,- an. Martha nähte zu Hause für eine Jackenfabrik und versorgte die Kinder. Ich arbeitete auf zwei Stellen in den langen Sommern und zusammen säuberten wir jeden Freitagabend eine Apotheke. Der Herr war uns gnädig. Wir brauchten in den 4 Jahren keine Schulden machen. Von Anfang an beschlossen wir den Zehnten Dollar ins Reich Gottes zu geben. Fürs Säubern der Apotheke bekamen wir $ 5,-. 50 Cent gingen für den Herrn.

Wir haben die 4 Jahre keine Not gelitten. Der Herr sorgte für uns nach seinem Versprechen. Als ich nach 4 Jahren von meinem Studium graduierte, hatten wir 3 Kinder und $ 800,- übrig (gespart). War das nicht ein Wunder? Des Herrn Schaufel war größer als unsere. Ihm gehört die Ehre. Seitdem haben wir den Zehnten überschritten. Ich bin nie arbeitslos gewesen und wir haben immer genug für uns und fürs Reich Gottes gehabt.

In Markus 12,41-44 lesen wir so: „... Es kam aber auch eine arme Witwe und legte zwei Münzen ein, die einen Wert von einem Pfennig hatten. Da rief er seine Jünger zu sich und sagte zu ihnen: »Vor Gott sage ich euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten gelegt als alle. Denn sie haben alle von ihrem Überfluss gegeben; diese aber hat in ihrer Armut alles, was sie hatte eingelegt, ja ihr ganzes Leben gegeben.«“

Manche von uns würden denken: warum legte diese Witwe überhaupt Geld in den Gotteskasten. Das Jüdische System damals war so korrupt, dass Jesus den Geschäftskram bei einer Gelegenheit aus dem Tempel warf. Die Gelder im Gotteskasten gingen meistens in die Taschen der Pharisäer und Tempeldiener. Und nur wenig Geld kam in die Hände der Armen und Witwen. Markus sagt im zwölften Kapitel, Vers 40: „Aber sie verschlingen auch den Besitz der Witwen und können zugleich lange Gebete sprechen. Über diese Leute wird ein umso schärferes Gericht ergehen.“ Hatte die Witwe wohl daran gedacht? Vielleicht. Aber sie legte ihr Geld doch hinein und überließ den Gebrauch desselben ganz dem Herrn. Sie wusste, sie hatte das richtige getan. Sie war gehorsam und das gab ihr eine Genugtuung.

Ein Pastor in der Stadt Washington D.C. erzählte von einer Witwe in seiner Gemeinde. Ihr Einkommen war gerade genug, um sich und ihre 6 Kinder zu ernähren und zu kleiden. Trotzdem legte sie $ 4,- jede Woche in den Kollektenteller. Ein Diakon bemerkte das und sagte zu dem Pastor: „Sag der Frau doch, dass die 4 Dollar wohl besser angewendet würden, wenn sie das Geld für ihre Kinder verwendete. Der Pastor gab ihr das Angebot. Zu seinem Erstaunen antwortete sie: „Ich weiß, die 4 Dollar haben wenig Verschlag, ob sie für meine Kinder ausgegeben werden oder für die Gemeinde. Aber sie geben mir Würde und Sinn für mein Leben. Ich fühle mich angenommen von meinem Herrn und spüre seine Anerkennung und sein Wohlgefallen mit mir. Ich kann nicht immer nur nehmen.

Sie hatte den wahren Sinn und den Schlüssel des Gebens erfasst. Das Geben aus einem reinen Herzen kann mehr für den Geber als für den Empfänger bedeuten. Wenn wir geben, erinnert es uns daran, dass wir völlig von der Gnade des Herrn abhängig sind, wie die Vögel und die Lilien auf dem Felde. Sie sorgen sich nicht mehr um die Zukunft. Wir brauchen es auch nicht zu tun. Das Geben erinnert uns daran, dass wir Vertrauen auf unseren großen Gott haben. Er sorgt für uns, wie er es für seine anderen Geschöpfe tut ( Matthäus 6,25-34 ).

Hesekiel 34,26 sagt: „Ich will ihnen und der ganzen Umgebung Segen spenden und lasse den Regen zur rechten Zeit kommen, ich werde den Frühjahrsregen zu seiner Zeit senden; es sollen segenspendende Regengüsse sein.“ Und in Apostelgeschichte 20,35 sagt Paulus: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, wie man arbeiten und sich der Schwachen annehmen soll und dabei an die Worte des Herrn Jesus gedacht, der selbst gesagt hat: »Geben ist seliger als Nehmen.«

Möge der Herr uns auch weiter im Nachdenken segnen.

(© von Hugo Unger verfasst, übermittelt und zum Druck freigegeben)