Artikel 05./06.2015

Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt

Nachdem Weihnachten immer mehr zum Geburtstag des Christkindes oder Weihnachtsmannes verkommt und Ostern von einigen inzwischen als der Geburtstag des Osterhasen angesehen wird, frage ich mich, was diese Menschen eigentlich zu Pfingsten denken. Vielleicht wird es ja auch als Geburtstag gesehen, weil alle diese Feiertage etwas mit Geburtstagen zu tun haben? Aber wessen Geburtstag sollte es dann sein?

 50 Tage nach Passah feierten die Juden damals ein Erntefest. Für die ersten Christen waren diese 50 Tage eine Wartezeit. Sie warteten auf den, der ihnen verheißen war. Sie konnten sich bestimmt nichts darunter vorstellen, wie würde diese Sendung aussehen und was für Auswirkungen würde sie haben. Sie wussten nur, dass Jesus ihnen gesagt hatte, sie sollen warten. Diese Wartezeit verbrachten sie in der Gemeinschaft und im Gebet.

Und was ist heute? Was denken wir denn, wenn es heißen würde, wir sollen den Heiligen Geist empfangen. Manch einer hat die Bilder aus Kinderbibeln im Kopf, und als Christen kennen wir alle den Text in der Apostelgeschichte. Als der Geist an die Versammelten verteilt wurde, war es wie Feuerzungen, die auf ihre Köpfe kam.
Doch mal ehrlich, hat jemand von uns solch ein Erlebnis gehabt? Dass er den Heiligen Geist in Form solch einer Erscheinung empfangen hat. Dabei sagen wir doch alle, wir hätten den Heiligen Geist.

Also wie ist das heute? Kommt der Heilige Geist klammheimlich und nistet sich in uns ein? Manch einer wird eine deutliche Umkehr erfahren haben. Da gibt es die Berichte von denen, die mit ihrem alten Leben gebrochen haben, die von Süchten, Ängsten und was sonst noch frei geworden sind. Aber ich wage mal zu behaupten, dass das nicht die große Masse ist.

Viele erfahren aber trotzdem, dass sich in ihrem Leben etwas verändert. Nicht im Hauruck-Verfahren sondern stetig in kleinen Schritten. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen dafür, dass es in unserem Leben eine Kraft gibt, die etwas bewirkt. Die Kraft aus der Höhe, die den Jüngern verheißen war, ist auch in uns aktiv.
Das muss nicht immer so spektakulär sein, wie zu Pfingsten in Jerusalem, aber ich traue Gott zu, auch heute noch mit solch spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. Wir haben diese Kraft und damit geht auch die gleiche Verpflichtung für uns einher. Der Geist wurde mit und für einen Auftrag gegeben: Machet zu Jüngern alle Welt.

Es ist viel passiert in den letzten 2000 Jahren, aber der Auftrag ist noch nicht erfüllt. Der Auftrag beginnt mit uns, indem wir zu Jüngern werden. Menschen, die Jesus nachfolgen und von ihm lernen möchten. Menschen, die seinen Geist annehmen und dessen Auswirkungen bejahen. Doch obwohl ich glaube, dass dieser Vorgang, selber Jünger zu werden, zu meinen Lebzeiten nicht beendet sein wird, beginnt zugleich der zweite Aspekt. Seid meine Zeugen und machet zu Jüngern.
Ich wünsche uns, dass wir zu Pfingsten neu diese verändernde Kraft erfahren, und uns auf diesen Auftrag besinnen.
Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt!

Euer Detlef