Artikel 01./02.2016

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Jesaja 66,13

Wer kennt nicht dieses Bild. Das Kleinkind ist gestürzt und rennt weinend und schreiend zu seiner Mutter. Die Mutter nimmt es auf den Arm, fragt was passiert ist, wo es weh tut und noch während sie es tröstet und die Tränen abwischt, wird das Schreien zu einem Schluchzen. Die Tränen versiegen langsam und alles wird wieder gut. Und innerhalb von wenigen Minuten ist das Kind wieder beim Spielen und Toben. Das ist die wunderbare Magie der Mütter. Ganz ehrlich da können wir Väter kaum mithalten.

 

Als Jesaja diese Worte verkündet, hat das Volk Israel einen Leidensweg hinter sich. Nachdem sie eigene Wege gegangen sind, und auf andere gehört haben, ließ Gott alle Vorhersagen wahr werden. Das Volk Israel musste in die Verbannung, weit weg von Jerusalem und dem verheißenem Land. In der Gefangenschaft fühlten sie sich verlassen von einem Gott, den sie selber zuvor verlassen haben.

Doch auch in dieser Zeit spricht Gott noch zu ihnen. Immer wieder reden die Propheten von der Treue und Liebe Gottes zu seinen Kindern. Diese Reden gipfeln in der Zusage: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Das ist eine Dimension von Trost, die über das „alles wird gut“ einer Mutter hinausgeht.

Gott sieht die zerbrochenen Herzen und Hoffnungen. Er nimmt Elend und Scheitern seiner Kinder ernst und macht sie zu seiner eigenen Sache.

Gott ist bei seinen Kindern, auch und gerade dann, wenn sie seine Nähe und Unterstützung brauchen. Wenn Gott uns seinen Trost zuspricht, dann ist das eine Dimension von Trost, die ein „Alles wird gut“ übertrifft. Gott sieht die zerbrochenen Herzen und Hoffnungen. Er nimmt Elend und Scheitern seiner Kinder ernst und macht sie zu seiner eigenen Sache. Wie eine Mutter erbarmt er sich ihrer. – Dieser Vergleich ist einmalig und beschreibt eine besonders innige Seite Gottes, die weit über liebevolle Worte und Gesten hinausgeht.

Trost ist ein umfassendes Geschehen. Zum einen befreiend: Getröstete bekommen wieder Luft zum Atmen. Zum anderen gibt Trost wieder Grund unter die Füße. Letztlich geht es um Fragen wie: Wer gibt mir Halt? Was trägt mich im Leben und im Sterben? Gott selber ist der Tröstende. Er sieht die lebensbedrohliche Not. Gottes Trost befreit und entlässt in die Weite. Er heilt und erneuert die zerstörte Gemeinschaft mit seinem Volk und eröffnet ihm neue Perspektiven. Gott verspricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Wenn ich ihn beim Wort nehme, werden sich mir neue Horizonte auftun. Für mein eigenes Leben und für Menschen, die sich nach Trost sehnen. Gott sieht mich, auch wenn ich ihn in meiner Not vergesse. Und wie eine Kompassnadel, die mich immer wieder neu auf ihn hin ausrichtet. Damit ich erkenne: mit ihm bin ich ganz bei Trost.

Ich wünsche euch allen den Trost, den ihr in den kommenden Wochen braucht.

Euer Detlef