Artikel 03./04.2016

Liebe Geschwister und Leser,

wenn ich an Ostern denke, dann sehe ich vor allem kleine Kinder, die im Garten oder in der Wohnung nach den leckeren Süßigkeiten suchen. An Ostern geht es ums Suchen und Finden. Zumindest in der Welt - oder auch in der Kirche?

Wer etwas sucht, hat meist vorher etwas verloren. Die Jünger und Jüngerinnen Jesu hatten etwas an Karfreitag verloren. Sie haben Jesus, den Mann den sie bestaunt und dessen Botschaft sie geglaubt haben, verloren. Verloren durch den Tod am Kreuz. Aber haben sie ihn danach auch gesucht?

Der Tod ist etwas endgültiges, so dachten sie. Am Ostermorgen waren Frauen auf dem Weg, den Toten endgültig herzurichten. Am Ostermorgen waren andere unterwegs in ihre Dörfer. Jesus wurde betrauert und vermisst. Vom besonderem Schmerz der Frauen aus seiner Umgebung ist in den Evangelien die Rede. Oder von den beiden Jüngern, die wieder in ihr Dorf zurückwollen, aber über all das reden müssen, was in den letzten Tagen geschah. Und auch diejenigen Weggefährtinnen und Weggefährten werden ihn vermisst haben, die sich aus Frucht versteckten und deshalb die Türen verschlossen hatten.

Sie hatten etwas verloren, aber sie waren nicht auf der Suche. Tod ist etwas endgültiges, so dachten sie zumindest. Doch Gott ist nichts unmöglich. Dieser wunderbare Gott ist nicht nur auf der Suche nach uns, sondern er möchte auch, dass wir ihn suchen. Und er will sich finden lassen. „Suchet, so werdet ihr finden“ - lesen wir in Matthäus 7, 7 .

Am Ostermorgen erfahren die ersten, dass Jesu Tod nicht endgültig war. Am Ostermorgen treten die ersten Zeugen und Zeuginnen auf und berichten, dass Jesus lebt. Er wurde von Gott nicht im Tod allein gelassen. Damit beginnt ein neuer Abschnitt im Verhältnis von Gott und den Menschen.

Glauben bedeutet dann nichts anderes, als dass Gott sich suchen lässt. Seit Ostern lässt Gott sich wiederfinden – weil Jesus lebt und wir mit ihm.

Ich wünsche uns allen gesegnete Ostertage
und fröhliches Suchen

Euer Detlef