Artikel 03./04.2017

Liebe Geschwister, liebe Leser.

Gott ist ein gewaltiger Gott. Ein herrschender, ein allmächtiger Gott. Er hält Himmel und Erde in seiner Hand. Er hat die Welt geschaffen – mit wenigen Worten. Und er wird der Welt auch eines Tages ein Ende setzen, so dass sie nicht mehr existiert.

Wenn ich so über Gott nachdenke, dann halte ich die Luft an. Was für ein unglaublicher und großer Gott. Ehrfurcht steigt in mir hoch, wenn ich über diesen mächtigen Gott nachdenke.

Was bei mir aber am meisten Ehrfurcht auslöst ist, dass der gewaltige und allmächtige Gott sich von Menschen schlagen lässt wie ein Hund, anspucken lässt wie einen verhassten Feind und kreuzigen lässt wie einen Mörder und Staatsfeind.

Ich frage mich: Warum lässt er das mit sich machen? Warum lässt Gott sich schlagen und kreuzigen? Warum lässt sich der allmächtige Herrscher und König der ganzen Welt blutig schlagen von Menschen, die vor ihm winseln und um Gnade flehen würden, wenn sie wüssten wer er ist?

Warum lässt Jesus nicht über dem Hof des Hohenpriesters einen Blitz herunterfahren, der alle Menschen in schwarze Aschehaufen verwandelt? Warum lässt Jesus nicht seine Engel sichtbar werden, die Pilatus und seine Legionäre mit ein paar Schwerthieben den Garaus gemacht hätten. Die Engel waren doch da – er hätte ihnen nur befehlen brauchen.

Warum lässt Jesus das mit sich machen? Warum?

Und ich möchte weiter fragen: Warum nimmt Gott meine Schuld auf sich – wo er doch genau weiß, dass ich morgen wieder den gleichen Mist machen werde? Warum?

Diese Fragen treiben mich auf die Knie. Sie lassen mich vor Ehrfurcht erzittern. Was für ein Gott! Was für eine unglaubliche Liebe! Was für eine Liebe, die Jesus zu mir und zu allen Menschen haben muss, dass er das mit sich machen lässt.

Dieser Gott ist deshalb so unbegreiflich, deshalb so anbetungswürdig, deshalb so ehrfurchtseinflößend, weil er seine Macht nicht ausspielt, weil er nicht den Blitz vom Himmel zucken lässt – weil er sich aus Liebe schlagen und kreuzigen lässt.

Und deshalb ist es vor allem die Liebe Gottes, die am meisten Ehrfurcht in mir auslöst!

Euer Detlef