Artikel 07./08.2017

In einem schottischen Schloss wurde vor Jahren eine Versammlung anberaumt. Das Feuer prasselte im offenen Kamin. Die Diskussion wechselte von einem Thema zum anderen, bis sie zur Religionsfrage kam.

Einer der Gäste war ein Skeptiker und liebte es, die Gläubigen zu verspotten. So fragte er die Wirtin des Hauses: „Ich habe gehört, dass Sie gläubig sind. Stimmt das?“ Die Antwort darauf war ein schlichtes „Ja“. Er fragte dann weiter: „Glauben Sie wirklich alles, was in der Bibel steht?“ Wieder kam ein „Ja“. Er dann weiter: „Dass die Toten auferstehen werden und dass ein Weltgericht stattfinden wird?“ Die Antwort war wieder ein „Ja“. Darauf er noch einmal: „Glauben Sie auch, dass solche, deren Namen nicht im Buch des Lebens verzeichnet sind, in die Hölle gehen?“ Und wieder kam ein entschiedenes „Ja“ von der Wirtin.

Darauf geht der Gast in die Ecke, wo in einem Käfig ein Kanarienvogel sitzt. Er öffnet den Käfig, greift den Vogel, geht zum offenen Feuer und schickt sich an, den Vogel ins Feuer zu werfen. Als die Wirtin mit Entsetzen ausruft: „Was machen Sie da? Der arme Vogel!“, stoppt der Gast in seinem Vorhaben, lächelt freundlich und sagt: „Sie haben Mitleid mit dem Kanarienvogel und Ihr sogenannter Gott der Liebe wirft Millionen von Menschen in die Hölle. Das ist doch ein komischer, sonderbarer Gott!“

Da sind alle für einige Augenblicke mucksmäuschenstill, gespannt, was die Wirtin darauf antworten wird. Dann spricht sie langsam und mit Betonung: „Da irren Sie sich, unser Herr und Gott wirft niemanden in die Hölle. Die laufen alle freiwillig dorthin.“

„Die laufen alle freiwillig dorthin!“ Aber das muss nicht sein. Jesus hat dafür gesorgt, dass niemand diesen Weg gehen muss. Er hält seine Hand ausgestreckt und wir müssen nur diese Hilfe ergreifen. Ich denke, dass die meisten von uns diese Hilfe auch angenommen haben.

Doch wie oft wollen wir gar keine Hilfe erhalten. Angebotene Hilfe lehnen wir oftmals ab, weil wir zu stolz sind und meinen es selber zu schaffen. Dabei geht gemeinsame Arbeit schneller und macht oft sogar noch Spaß, wie wir an den Arbeitstagen im Friedensheim immer wieder feststellen dürfen. Wie kleine Kinder wollen wir aber oftmals alles selber machen.

Manchmal ist das auch richtig, aber oftmals ist es besser, wenn wir uns Anleitung holen oder uns helfen lassen.

Wir dürfen wieder 2 Geschwister taufen. Auch diese Geschwister werden manchmal Hilfe brauchen. Es ist gut, wenn wir ihnen unsere Hilfe anbieten. Jesu Hilfe für ihr Leben haben sie bereits angenommen, deswegen taufen wir sie ja auch. Und es ist auch gut, wenn sie um Hilfe bitten, sollten sie nicht weiterkommen. Im Friedensheim finden sie diese Hilfe, und wenn wir uns nur zusammen setzen, um gemeinsam an den Fragen zu arbeiten. Wir wissen und können auch nicht alles.

Gemeinde bedeutet Gemeinschaft zu haben. Diese Gemeinschaft hilft uns in allen unseren Lebenslagen.

Euer Detlef